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Tonemapping in Lightroom 4

Geschrieben von Christian Oser am in Allgemein, Lightroom

Hallo Leute,

falls ihr in Lightroom 4 das Update 4.1 Release Candidate 2 installiert habt, kommt ihr ab sofort in den Genuss eines zweiten neuen Features (das erste findet ihr ausführlich beschrieben in meinem letzten Beitrag “Farbsäume entfernen“). Nun werden TIFF-Dateien mit 24- und 32-Bit unterstützt, wodurch HDR ansatzweise auch in Lightroom Einzug hält.

Um das Tonemapping in Lightroom durchführen zu können, benötigt ihr mal mindestens zwei Fotos einer Belichtungsreihe:

Dann führt ihr einen Rechtsklick auf eines der Fotos aus und wählt “Bearbeiten in > In Photoshop zu HDR Pro zusammenfügen …”:

Im anschließenden Dialog müsst ihr einzig darauf achten, dass beim Modus 32-Bit eingestellt ist. Ansonsten lasst ihr alles unberührt:

Speichert das entstandene Bild einfach per Strg-/Cmd-S und schließt es. In Lightroom wird die Datei daraufhin automatisch importiert – wie das aussieht seht ihr im Screenshot auf der linken Seite. Mit den Bordmitteln im Entwickeln-Modul führe ich nun ein Tonemapping durch und erhalte nach wenigen Minuten das Ergebnis auf der rechten Seite:

Erwähnenswert ist hier der Umstand, dass zum einen die Belichtung sehr weit erhöht werden muss und zum anderen, dass der Lichter- und Tiefen-Regler eine zentrale Rolle in der Bearbeitung einnehmen. Stoßt ihr an die Grenzen der Regler und benötigt noch höhere Einstellungen, könnt ihr mit dem Verlaufsfilter einfach kurz außerhalb des Bildes ziehen und weitere globale (diese Methode habe ich hier beschrieben: KLICK) oder mit dem Korrekturpinsel lokale Einstellungen vornehmen.

Übrigens seid ihr für die Erstellung des 32-Bit-TIFF natürlich nicht ausschließlich auf Photoshop angewiesen, ihr könnt auch andere Programme eures Vertrauens nutzen!

Beachtenswert ist die Bildqualität. Programme wie Photomatix erzeugen häufig unsaubere und unscharfe Kantenübergänge, ein Beispiel dazu sehen wir weiter unten. Photoshop dagegen beherrscht das Zusammenfügen der Einzelbilder nahezu perfekt, es gibt in der 1:1-Ansicht keine sichtbaren Störungen:

Ein weiteres Beispiel für die neue Funktion:

Interessiert hat mich noch, wie die HDR-Funktion gegen die Bearbeitung einer einzelnen Mittelbelichtung abschneidet. Zuerst sehen wir uns die Einzelbilder einer Belichtungsreihe an:

Fall 1: Die mittlere Belichtung nur mit Lightroom bearbeitet

Das Ergebnis sieht nicht schlecht aus, weist aber einen etwas “schmutzigen” Gesamteindruck auf.

Fall 2: Tonemapping in Lightroom aus den fünf Einzelbildern

Das Bild weist mehr Details im Fenster und insgesamt einen weicheren Eindruck auf

Fall 3: Tonemapping in Photomatix mit dem Preset “Fusion – Default”

Dieses Preset hat in der Voransicht am natürlichsten ausgesehen, nach der Anwendung aber ein eher erschreckendes Bild abgegeben:

Sichtbar wird der gravierende Unterschied zwischen Photomatix und Photoshop/Lightroom vor allem in einem 1:1-Vergleich:

Noch ein wichtiger Hinweis: führt unbedingt schon vor der HDR-Erstellung eine Rauschunterdrückung bei den Einzelbildern der Belichtungsreihe durch, sonst sehen eure Ergebnisse in Schattenbereichen wenig schmeichelhaft aus.

Abschließend sei noch erwähnt, dass ihr die neue HDR-Funktion natürlich auch für Panoramen nutzen könnt. Das folgende Panorama der HSV-Arena in Hamburg besteht aus sieben Belichtungsreihen mit jeweils drei Aufnahmen (-1, 0, +1 EV), also gesamt 21 Einzelbilder. Ich habe dann siebenmal ein HDR generiert und in Lightroom mit der “Automatisch synchronisieren”-Funktion das Tonemapping auf alle Bilder angewendet. Das Zusammensetzen der Einzelbilder habe ich dann PTGui überlassen. Dieses Programm liefert mir im Gegensatz zu Photoshops Photomerge ein wirklich brauchbares Ergebnis, wenn es um das Zusammensetzen vieler komplexer Linien wie bei einem Stadiondach geht.

Ich hoffe mein Artikel hat euch motiviert, die neue Funktion selbst einmal auszuprobieren!
Habt ihr noch Fragen?

Viele Grüße

Christian

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Kommentare (10)

  • Frank Köhntopp

    |

    Die Diskussion habe ich in den letzten Tagen schon verfolgt und nicht verstanden: heisst das nur ” In Photoshop ” geht aber auch ‘nur’ mit Lightroom…?

    Antworten

  • Knut

    |

    Toller Bericht mit wertvollen Beispielen. DANKE!

    LG

    Knut

    Antworten

  • Christian Öser

    |

    Hallo Frank,

    nur in Lightroom alleine kannst du kein 32-Bitt-TIFF erstellen, dazu benötigst du Photoshop oder ein anderes HDR-Programm.

    Neu in Lightroom ist eben das Tonemapping. Ich habe das im Artikel noch ergänzt, danke für die Anregung!

    Viele Grüße
    Christian

    Antworten

  • Neu in LR 4.1: Farbsäume entfernen | lightroom-blog.de

    |

    [...] mit dem Release Candidate 2 des Updates 4.1 hat Lightroom zwei neue Funktionen bekommen. Zum einen das Entfernen von Farbsäumen, das ich euch im heutigen Beitrag vorstellen möchte. Die andere neue Funktion habe ich in diesem Beitrag ausführlich erläutert: Tonemapping in Lightroom 4. [...]

    Antworten

  • Gunter Kampitsch

    |

    Brauche ich dazu auch Photoshop um HDR zu machen????

    Antworten

  • Christian Öser

    |

    Hallo Gunter,

    die Antwort steht bereits zwei Kommentare über deinem.

    Viele Grüße
    Christian

    Antworten

  • Konrad Bauckmeier

    |

    Danke für den interessanten Vergleich. Photomatix so ja merkwürdig matschig aus. Mich würde interessieren, was der Entwickler dazu sagt.

    Antworten

  • Thomas Maiwald

    |

    Reicht völlig aus. Photomatix ist somit kein Muss mehr. Eventuell noch für Spezialfälle?

    Antworten

  • misterlightroom

    |

    Hallo.

    Vielen Dank für diesen informativen und sehr ausführlichen Beitrag.
    Bestimmt (Hoffentlich) braucht man “bald” kein Zusatzprogramm mehr,
    um diese Aufgabe zu lösen. ;-)

    Viele Grüße,

    Ralf

    Antworten

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